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„Das Licht darf in den Fabriken nicht ausgehen.“

Die angespannte Wirtschaftslage macht den Unternehmen der NRW-Metall- und Elektroindustrie auch in der Aachener Regelung sehr schwer zu schaffen. Trotz zum Teil noch gut gefüllter Auftragsbücher sehen sich immer mehr Betriebe angesichts unterbrochener Lieferketten, exorbitanter Preissteigerungen und eingeschränkter Produktionsabläufe wirtschaftlich gefährdet. Auch in der Region Aachen sind diese Auswirkungen überaus spürbar: „Die Unternehmen leiden vor allem unter den massiv gestiegenen Preisen für Energie, Rohstoffe und Vorprodukte“, erklärte Ralf Bruns, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes der Metall- und Elektroindustrie Aachen. Vor diesem Hintergrund kritisierte er die Forderung der IG Metall nach acht Prozent in der anstehenden Tarifrunde „als völlig überzogen“. 

Die wirtschaftlichen Aussichten auf die nächsten Monate blieben hochgradig ungewiss. Die Erwartungen der M+E-Industrie seien deutlich negativ: „Viele Wirtschaftsinstitute revidieren ihre Prognosen nach unten, viele Experten erwarteten angesichts der erheblichen Risiken spätestens für den Winter eine Rezession“, erläuterte Bruns. Die M+E-Industrie befinde sich weltweit unter erheblichem Wettbewerbsdruck. Viele Konkurrenten aus Nordamerika und Asien hätten deutlich geringere Energiekosten. Teilweise seien Politik und Gewerkschaften sich des Ernsts der Lage in den Betrieben nicht bewusst: „Wir stehen in der Tat an einem Kipppunkt zur Rezession und Deutschland steht als Industriestandort unter einem enormen Druck“

Besonders dramatisch wirkten sich die massiven Energiepreissprünge aus: „Allein im Juli zogen die Preise im Vorjahresvergleich um mehr als 140 Prozent an – Tendenz rasant steigend“, erklärte Bruns. Die Unternehmen benötigten jetzt dringend wirksame Entlastungen. Die geplanten Entlastungspakete der Bundesregierung, blieben bei den unternehmensbezogenen Maßnahmen zu vage und unkonkret. Insbesondere fehlten klare Aussagen dazu, wie das Stromangebot vergrößert und die exorbitanten Energiepreiserhöhungen abgefedert werden können. Diese seien entscheidend dafür, ob eine Produktion wirtschaftlich überhaupt noch möglich sei. „Es geht um die Zukunft der Fabriken und der Industriearbeitsplätze in unserem Land und damit auch in unserer Region“, betonte Bruns. „Das Licht darf in den Fabriken nicht ausgehen.“

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