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Wer denkt noch an die Maastricht-Kriterien?

Durch die omnipräsente Pandemie vergisst man leicht, dass es ein Leben vor Corona gab. Und schon in jenen Zeiten existierten länderübergreifende Krisen. Zahlen von Inzidenzen und Regelungen, um Welle zu brechen, nehmen wir zunehmend weniger wahr. Sie sind eine Art Hintergrundrauschen geworden und nur noch spürbar, wenn die Lage an Dramatik zunimmt oder sich wirklich etwas Gravierendes ändert.

So ähnlich kann man das Thema Staatsverschuldung sehen. Die Maastricht Kriterien, die in Kürze ihren 30. Geburtstag feiern, sind kaum mehr präsent in den Köpfen der Menschen. Oder hätten Sie sie noch gewusst?

  • Das öffentliche Defizit darf nicht mehr als 3 Prozent des BIP betragen
  • Der öffentliche Schuldenstand darf nicht mehr als 60 Prozent des BIP betragen
  • Die Inflationsrate darf maximal 1,5 Prozent über jener der drei preisstabilsten Mitgliedstaaten des Vorjahres liegen.

Wer diese Werte nicht einhält, für den wird das nichts mit der Teilnahme an der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU). So zumindest der Plan auf dem Papier. Tatsache ist, dass Griechenland, Italien, Portugal und Spanien schon seit über 10 Jahren weit über der erlaubten Staatsverschuldung agiere und dies – so Berechnungen des @IW – auch in den nächsten Jahrzehnten kaum in den Griff bekommen werden.

Dennoch sind Fiskalregeln wie die Maastricht-Kriterien laut IW wichtig, da die Verschuldung der Mitgliedsstaaten bei schwächeren Regeln vermutlich noch höher wäre.

www.iwd.de/artikel/staatsschulden-die-ewigen-sorgenkinder-532164/

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