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Ralf Bruns: "Staatskonsum ist kein 'echt finanzierter' Konsum."

„Ohne die Corona-Pandemie wäre die Wirtschaftsleistung Deutschlands in den Jahren 2020 und 2021 laut @IW um etwa 340 Milliarden Euro höher ausgefallen.“ Da muss man weder Wirtschaftsweise noch Chef-Volkswirt sein, um zu konstatieren, dass diese Summe immens ist.

Noch mehr Gewicht bekommen diese Zahlen, wenn man berücksichtigt, dass sie auf die Zeit vor dem Ukraine-Krieg bezogen sind. Es sind also Modelle, die soweit möglich allein den Effekt der Pandemie auf die deutsche Wirtschaftsleistung messen. Vor allem ist es der private Konsum, der zu diesen erheblichen Einbußen geführt das. Das ist auf der einen Seite erschreckend, zeigt aber umgekehrt, wie gut unsere Wirtschaft ohne Staatseingriffe und Regelungen „von außen“ funktioniert – in „normalen“ Zeiten. Denn in den vergangenen 2 Jahren ist der negative Effekt durch eben solche Staatseingriffe (nehmen wir nur die Maßnahmen der Kurzarbeit oder des Gesundheitsschutzes) erheblich abgefedert worden.

Obwohl uns also ein Ereignis völlig unerwartet getroffen hat, verfügen wir als Sozialstaat über ein stabiles Instrumentarium, das uns handlungsfähig hält.

Aber die Zahlen täuschen auch nicht darüber hinweg, dass Unterstützungsmaßnahmen allein nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein können. Sie wirken, aber sie kommen zum Teil zu spät oder eben auch nicht in ausreichendem Maße. Zudem haben sie den Effekt des negativen Nachhangs. Staatskonsum ist kein „echt finanzierter“ Konsum.

„Nach Corona“ (potenziert durch die Kriegsfolgen) müssen die wirtschaftlichen Folgen also in doppeltem Maße aufgeholt werden – auf Seiten der Konsumenten und der Unternehmen zu deren wirtschaftlicher Gesundung und zusätzlich „für“ den Staat und einen stabilen Haushalt.

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