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In Zeiten der Krisen brauchen wir Investitionen

Eine hohe Inflation und eine drohende Rezession – das ist für die Wirtschaft und jedes Unternehmen eine ziemlich toxische Konstellation. Vor allem weiß man nie genau, wie lange eine solche Konstellation andauern wird und welche Auswirkungen sie haben wird.

Erst hat die Corona Pandemie die Erwartungen gedämpft, dann der Ukraine Krieg und jetzt die aus dem Krieg folgende Energiekrise – und nichts davon wird in der nächsten absehbaren Zeit vorbei sein.

In solchen Zeiten investiert man als Unternehmen nur sehr verhalten. Der stärkste negative Einfluss auf die Investitionen geht aktuell von der weltwirtschaftlichen Unsicherheit, Lieferkettenstörungen und den drohenden steigenden Arbeitskosten aus. Während die Sparmaßnahmen im letzten Jahr vor allem im Unternehmensbereich zu einem Zurückhalten von Ausgaben geführt haben, sind es nun auch die Endverbraucher, die sparen. Sie müssen es tun, weil die Ausgaben der Privathaushalte wegen der Inflation gerade steigen. Genau diese Ausgaben aber kurbeln die Wirtschaft nicht genügend an, da von der Energiekrise alle gleichermaßen betroffen sind. Inflation bedeutet eben Ausgabensteigerung ohne Investitionswirkung.

Während Privathaushalte den Konsum im ersten Coronajahr noch umgelenkt haben – etwa von der Reise hin zum Heimwerken – wird aktuell gar nicht mehr geplant und nicht mehr investiert. Wirtschaft und Gesellschaft sind gleichermaßen in einer Wartestellung, von der wir noch vor wenigen Monaten gehofft haben, sie mit diesem Sommer endlich zu überwinden.

Es ist die Sorge vor der Zukunft, die viele gerade steuert. Aber Sorgen und Angst waren noch nie gute Ratgeber, wenn es um mutige Zukunftsschritte geht.

Die politischen Maßnahmen schaffen es bislang auch kaum, diese Ängste und Sorgen zu reduzieren. Wir sind in Deutschland halt Weltmeister im Angst haben – so hat es Allianz-Chef Oliver Bäte in der letzten Woche sehr treffend formuliert.

Dabei ist unsere Wirtschaftsordnung – eine soziale Marktwirtschaft -  so stabil aufgebaut, dass wir als Gesellschaft, als Gemeinschaft aus Unternehmen, Menschen und Politik solche Ängste hinter uns lassen können und uns auf das Machbare konzentrieren müssen. Ja: sparen müssen wir jetzt. Aber um zu investieren, in das, was uns nachhaltig wieder Mut macht für die Zukunft. Und das sind die wettbewerbsfähigen Unternehmen! Dafür müssen wir – die Gesellschaft, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände – in diesen Tagen gemeinsam die Weichen stellen und Rahmenbedingungen schaffen. Das gelingt nicht, indem wir gegenseitig erwarten, dass der jeweils andere die Last zu tragen hat. Das gelingt nur, indem sich alle Beteiligten anstrengen, und zwar so sehr wie möglich. Kleine Schritte der Politik reichen nicht, um die Ängste in unserem Land zu überwinden!

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