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M+E-Industrie: 6. Verhandlungsrunde ergebnislos vertagt

Die Tarifparteien der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie haben sich nach der 6. Verhandlungsrunde für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs ergebnislos vertagt. Nach zwölfstündigen, ergebnislosen Verhandlungen werden die Verhandlungspartner sich in ihren Gremien weiter beraten. Zuvor hatten die NRW-Metallarbeitgeber der IG Metall eine Zahlung in Höhe von 350 Euro im Jahr 2021 angeboten. Unabhängig davon forderten die Arbeitgeber die Einführung eines automatisch wirkenden tariflichen Entlastungsmechanismus für von der Krise besonders betroffene Betriebe. „Es bleibt dabei: Die weiterhin sehr angespannte wirtschaftliche Lage lässt eine allgemeine Entgelterhöhung nicht zu“, sagt Ralf Bruns, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands der Metall- und Elektroindustrie Aachen. Deshalb solle es im Jahr 2021 bei einer Unterstützungszahlung bleiben, die dazu geeignet sei, „die Belastungen abzumildern, die bei allen Beschäftigten dieses Industriezweigs durch die Pandemie auftreten.“

Der Lösungsvorschlag der Arbeitgeber sei die Antwort auf die Tarifforderung der IG Metall für das Jahr 2021. Ausdrücklich fordern die Arbeitgeber auch die Einbeziehung des Jahres 2022 in die tarifliche Regelung. Wenn sich die IG Metall bereit erkläre, das Jahr 2022 in der Tarifrunde ebenfalls zu regeln, werde man eine bezifferte Tabellenerhöhung für das kommende Jahr anbieten. Diese Zusage habe die IG Metall jedoch bisher nicht gegeben. Die Arbeitgeber bekräftigten überdies weiterhin ihre Bereitschaft, optionale tarifliche Regelungen zur Beschäftigungssicherung und zur Begleitung von betrieblichen Transformationsprozessen zu vereinbaren. Hier gebe es in einigen Punkten schon eine Annäherung.

Die Tarifverhandlungen werden, so Bruns, nach wie vor in einer absoluten Ausnahmesituation geführt; die Pandemie habe Land und Wirtschaft weiterhin fest im Griff. „Das arbeitgeberseitige Angebot ist in dieser außergewöhnlichen und sehr angespannten Wirtschaftslage substanziell“, betont Bruns. Die Kalkulationssicherheit für die international vernetzten Unternehmen sei angesichts sich permanent verändernder politischer Entscheidungen durch neue Infektionsentwicklungen im In- und Ausland außergewöhnlich fragil. Das alles erhöhe auch den Druck auf die Arbeitsplätze. Schnelle Klarheit für die Planungen in den Betrieben müsse Vorrang haben. Es sei jetzt nicht die Zeit für ausufernde Tarifkonflikte, sondern vielmehr der Moment für ein starkes Zeichen einer funktionierenden Tarifpartnerschaft. Bruns ist zuversichtlich, dass eine Einigung noch vor Ostern erzielt werden kann. 

Der Aachener Arbeitgeberverband vertritt die Interessen der tarifgebundenen Unternehmen der Metall- und Elektroindustrie in Stadt und Städteregion Aachen sowie im Kreis Heinsberg bei der Tarifrunde.

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