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Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des Pflegepersonals

Aus der gegebenen Datenlage ist nicht eindeutig ersichtlich, ob und inwieweit sich die Situation der Pflegekräfte in der Krankenpflege verändert hat. So hat sich seit den 1990er Jahren zwar das Personal im Pflegedienst insgesamt erhöht, allerdings führte dies nicht zu einer Erhöhung der Pflegekapazitäten insgesamt.

enn umgerechnet in Vollzeitstellen zeigte sich in 2017 ein ähnlich hohes Niveau wie in 1991 – mit einem zwischenzeitlichen Rückgang Anfang der 2000er Jahre.

Gleichzeitig hat sich die Fallzahl aber erhöht: Kamen 1991 noch 22 Vollkräfte in der Pflege auf 1.000 Fälle, waren es in 2005 noch knapp 18 und in 2017 knapp 17. Dabei ist jedoch zu beachten, dass auch die durchschnittliche Verweildauer der Patienten im Krankenhaus zurückgegangen ist: Lag diese in 1991 noch bei durchschnittlich 14 Tagen, verblieben Patienten in 2005 noch im Durchschnitt 8,6 Tage und in 2017 7,2 Tage im Krankenhaus. Daher ist die sogenannte Pflegebelastungszahl aussagekräftiger. Sie gibt an, wie viele Patienten eine Vollkraft pro Arbeitstag durchschnittlich zu betreuen hatte. Waren dies 1991 noch 8,5 Patienten, ging sie bis 2005 auf 6,5 zurück und sank bis 2017 auf 5,9 ab.

Der Vergleich der Pflegebelastungszahlen zeigt somit eigentlich eine stetige Verbesserung der Arbeitssituation. Allerdings geben diese nicht die Komplexität der Fälle wieder. Zudem bedeuten höhere Fallzahlen vermehrte Aufnahmen und Entlassungen, die unter anderem zusätzlichen Dokumentationsbedarf mit sich bringen, und können daher einen erhöhten Arbeitsbedarf bedeuten – trotz einer insgesamt geringeren Verweildauer. Darüber hinaus kann der Pflegebedarf gerade in den ersten Tagen des Krankenhausaufenthalts besonders hoch sein. Schließlich erfordert eine höhere Teilzeitbeschäftigung des Personals auch eine höhere Anzahl an Übergaben. Insofern steht der gesunkenen Personalbelastungszahl die plausible Annahme gegenüber, dass sie den Grad der Arbeitsbelastung der Pflegekräfte nur unvollständig wiedergibt. Daher kann die subjektiv empfundene Arbeitsbelastung und Arbeitsverdichtung im Durchschnitt durchaus gestiegen sein. (Quelle: IW Köln)

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