Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf ist 2025 gegenüber dem Rekordjahr 2023 um 0,3 Stunden pro Woche gesunken. Rechnerisch entspricht dieser Rückgang einem Arbeitsvolumen von rund 460.000 Vollzeitstellen.
Das klingt zunächst nach einem weiteren Warnsignal für den Arbeitsmarkt. Interessant wird es aus unserer Sicht bei der Frage, warum die Arbeitszeit sinkt.
Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung sieht einen wesentlichen Grund in der schwachen Konjunktur: Weniger wirtschaftliche Dynamik bedeutet auch weniger Arbeit. Besonders zurückgegangen ist die Arbeitszeit bei Männern sowie bei den 25- bis 54-Jährigen. Bei Frauen blieb sie weitgehend stabil. Und ausgerechnet bei den über 60-Jährigen steigt sie weiter.
Das sollte auch die politische Debatte versachlichen.
Deutschland hat ohne Frage ein Arbeitskräfteproblem. Durch den demografischen Wandel wird die Zahl der Erwerbspersonen weiter sinken. Wenn die Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter stagniert, wird dies nicht so sehr auffallen. Ganz anders wird es sein – was alle politischen Kräfte hoffen – wenn die Wirtschaft wieder richtig anzieht.
Wir müssen vorhandene Erwerbspotenziale besser nutzbar machen: durch verlässliche Kinderbetreuung, attraktive Bedingungen für längere Erwerbstätigkeit, qualifizierte Zuwanderung und vor allem durch eine Wirtschaft, in der Unternehmen investieren, wachsen und Beschäftigung schaffen können und wollen.
Gerade für unsere Unternehmen in der Region Aachen ist das entscheidend.
Arbeitsvolumen entsteht am Ende dort, wo es auch Arbeit gibt.
Vielleicht sollten wir in der Diskussion über Arbeitszeiten deshalb etwas häufiger über Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und gute Rahmenbedingungen sprechen.
Quelle: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung / WirtschaftsWoche