Arbeitsmarkt und Demografie

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Eigentlich geht es immer nur darum, dass Arbeitgeber die Mitarbeiter finden, welche sie benötigen, damit ihr Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann. Und es geht andererseits darum, dass Mitarbeiter Arbeitgeber finden, mit denen sie ihr selbst gewähltes Lebensmodell umsetzen können. Arbeitsverhältnisse, welche an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer und/oder der Arbeitgeber vorbeigehen, haben langfristig sowieso keinen Bestand.

Eigentlich geht es immer nur darum, dass Arbeitgeber die Mitarbeiter finden, welche sie benötigen, damit ihr Unternehmen im Wettbewerb bestehen kann. Und es geht andererseits darum, dass Mitarbeiter Arbeitgeber finden, mit denen sie ihr selbst gewähltes Lebensmodell umsetzen können. Arbeitsverhältnisse, welche an den Bedürfnissen der Arbeitnehmer und/oder der Arbeitgeber vorbeigehen, haben langfristig sowieso keinen Bestand.

Es geht also nicht „nur um Fleiß“. Es geht zusätzlich auch um die Auswirkungen unserer Demografie. Denn denken wir mal in die Zukunft, 5 oder 10 oder 15 Jahre. Wer heute in Teilzeit arbeitet, wird zukünftig auch eine geringere gesetzliche Rente haben. Er wird nicht die Rente haben, die Menschen haben, die in Vollzeit arbeiten. Selbst wenn die Menschen darauf spekulieren, dass irgendjemand in der Zukunft schon dafür sorgen wird, dass sie doch so viel Rente erhalten werden, also ob sie in Vollzeit gearbeitet haben, ist dies keineswegs sicher. Der einzige relativ sichere Weg in der Zukunft eine auskömmliche gesetzliche Rente zu erhalten, setzt eigentliche Vollzeitarbeit voraus.

Die aktuelle arbeitsmarktpolitische Debatte verläuft daher in eine falsche Richtung. Sie thematisiert die langfristigen Konsequenzen für die heute in Teilzeit arbeitenden Menschen nur unzureichend. Sie thematisiert das Eigeninteresse der in Teilzeit arbeitenden Menschen an einer auskömmlichen Rente kaum.

Zu viel „klein klein“ und zu viele moralisch aufgeladene Grabenkämpfe. Denn arbeitsmarkttechnisch stehen wir nicht vor einer Frage des Wollens, sondern des Könnens.

In den kommenden Jahren scheiden deutlich mehr Menschen aus dem Erwerbsleben aus, als neu nachrücken. Die Folge ist keine abstrakte Fachkräfteknappheit, sondern eine strukturelle Verknappung von Arbeitskraft quer durch Branchen, Qualifikationen und Regionen. Das betrifft Industrie, Handwerk, Pflege, Verwaltung und Mittelstand gleichermaßen.

Wenn wir diese Entwicklung auf Lifestyle-Debatten oder individuelle Arbeitsmoral reduziert, verfehlen wir den Kern.

Die zentrale Frage lautet dann nämlich nicht: Arbeiten die Menschen genug?

Sondern sie muss lauten: Wie schaffen wir das Arbeitspotential, welches unsere Wirtschaft braucht um den Wohlstand auch in Zukunft zu haben, den wir heute haben?

Denn wenn Firmen in den nächsten 5, 10 bzw. 15 Jahren über nicht mehr genügend Arbeitskräfte verfügen, werden Bruttoinlandsprodukt und Steuereinnahmen sinken und der Staat wohl weniger Verteilungsmittel zur Verfügung haben. Auch für die Unterstützung der Renten von Menschen, die heute in Teilzeit arbeiten.

Das bedeutet:

  • vorhandene Potenziale konsequent heben

  • KI und modernen KI-Robotern den Weg bereiten, damit diese Wertschöpfungspotentiale heben, für welche wir heute schon nicht mehr genug Menschen haben

  • Teilzeit – wenn möglich - abbauen

  • Erwerbsbiografien flexibler denken

  • Vereinbarkeit von Arbeit, Familie und Pflege realistisch ermöglichen

  • Produktivität durch Technologie und Organisation steigern

  • Qualifizierte Einwanderung sinnvoll strukturieren

Der demografische Wandel, als klar benannter Megatrend zwingt uns zu strukturellen Antworten.

Unser Anspruch als Arbeitgeberverband ist klar: Wir müssen weg von symbolischen Debatten und hin zu tragfähigen Lösungen für Unternehmen und Beschäftigte.

 

Die Demografie verhandelt nicht.

Sie wirkt unabhängig davon, wie laut wir diskutieren.

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