Kaum vier Wochen im neuen Jahr, und die Weichen sind gestellt…: Wirtschaftlich, arbeitsmarktpolitisch und geopolitisch verdichten sich die Signale auf ein weiteres herausforderndes Jahr.
Wirtschaftlich erleben wir weiterhin schwaches Wachstum, hohe Investitionszurückhaltung und strukturell steigende Kosten. Energie, Bürokratie, Regulierung zeigen sich einmal mehr als Standortnachteil. Unternehmen warten ab, weil Verlässlichkeit fehlt. Das ist gefährlich.
Arbeitsmarktpolitisch bleibt die Lage paradox: steigende Arbeitslosenzahlen bei gleichzeitig extremem Fachkräftemangel in Schlüsselbranchen. Qualifikationslücken, Demografie und träge Systeme treffen auf eine Realität, die längst schneller ist als unsere Regeln. Gleichzeitig gibt es für Jobeinsteiger im akademischen Bereich so wenig Stellen wie nie.
International wird der Ton rauer. Die dominante Präsenz Trumps auf der Weltbühne, Debatten um Grönland, Rohstoffe und geopolitische Einflusszonen zeigen: Es geht längst nicht mehr um ein „einzelnes Stück Eis“. Es geht um Macht, Ressourcen, Handelswege und wirtschaftliche Abhängigkeiten. Die Weltwirtschaft steht auf brüchigem Fundament und Europa ist viel zu sehr Zuschauer.
Über allem liegt eine junge „ominöse Macht“: Künstliche Intelligenz. KI verändert Produktivität, Arbeitsmärkte, Wertschöpfung und Machtverhältnisse schneller, als politische und regulatorische Systeme reagieren können. Sie ist Chance und Risiko zugleich.
Der Januar zeigt sehr deutlich, was 2026 verlangt:
Entscheidung.
Umsetzung.
Reform.
2026 wird sicher kein Jahr, in dem von selbst wieder alles gut wird. Aber es kann ein Jahr der richtigen Weichenstellungen werden, wenn wir den Mut haben, Realität anzuerkennen und konsequent zu handeln. Wir sollten spätestens ab Februar damit beginnen.
