Reisende darf man nicht aufhalten... oder?

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Deutschland steckt in einer dreifachen Migrationswende. Die Nettozuwanderung ist von 663.000 Menschen im Jahr 2023 auf nur noch 235.000 im Jahr 2025 gefallen. Abgesehen von der Hochphase der Corona-Pandemie war sie seit 2010 nicht mehr so niedrig.

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Deutschland steckt in einer dreifachen Migrationswende. Die Nettozuwanderung ist von 663.000 Menschen im Jahr 2023 auf nur noch 235.000 im Jahr 2025 gefallen. Abgesehen von der Hochphase der Corona-Pandemie war sie seit 2010 nicht mehr so niedrig.

Hinter dieser Entwicklung stehen drei Trends:

  1. weniger Zuwanderung,
  2. eine zunehmende Rückkehr von Beschäftigten aus den neueren EU-Mitgliedstaaten in ihre Heimatländer und
  3. eine steigende Abwanderung aus Deutschland.

Besonders relevant für die Unternehmen: 2025 verließen 45.000 mehr Menschen aus den neueren EU-Staaten Deutschland, als zu uns kamen. Noch 2023 lag der Saldo bei plus 42.000. Gleichzeitig stieg die Zahl der fortziehenden Inländer innerhalb von zwei Jahren von 74.000 auf 97.000.

Wir müssen es deshalb klar aussprechen: Deutschland ist für viele Menschen als Arbeits- und Lebensort nicht mehr attraktiv genug.

Laut „Jugend in Deutschland 2026“ plant jeder fünfte junge Mensch konkret, das Land zu verlassen. Weitere 41 Prozent können sich eine Auswanderung grundsätzlich vorstellen. Im internationalen Expat-Ranking landet Deutschland auf Platz 30 von 31 – besonders wegen Bürokratie, mangelnder Digitalisierung und der Schwierigkeiten beim Ankommen.

Die derzeitigen Stellenstreichungen dürfen über das strukturelle Problem nicht hinwegtäuschen. Konjunktureller Stellenabbau und Fachkräftemangel können gleichzeitig auftreten. Unternehmen bauen an einzelnen Standorten oder in bestimmten Bereichen Personal ab und suchen trotzdem dringend qualifizierte Beschäftigte in Engpassberufen. Hinzu kommt der demografische Wandel: In den kommenden Jahren verlassen deutlich mehr Menschen den Arbeitsmarkt, als aus den jüngeren Generationen nachrücken.

Diesen Arbeitsmarkt können wir weder durch Stellenabbau noch durch kurzfristige Konjunkturprogramme stabilisieren. Wir brauchen Menschen, die hier arbeiten, investieren, gründen und bleiben wollen.

Dafür muss Deutschland wieder attraktiver werden: mit wettbewerbsfähigen Steuern und Sozialabgaben, weniger Bürokratie, schnelleren Verfahren, funktionierender Digitalisierung und verlässlichen politischen Rahmenbedingungen.

Wer Fachkräfte gewinnen will, muss ihnen überzeugende Gründe geben, nach Deutschland zu kommen. 

Wer sie halten will, muss ihnen überzeugende Gründe geben, hierzubleiben.

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