Die neue Wachstumsprognose der Bundesregierung ist mal wieder ein Warnsignal für den Wirtschaftsstandort Deutschland.
Statt erhoffter Dynamik wird nur noch mit sehr begrenztem Wachstum gerechnet. Gründe sind laut Berichten vor allem geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise, schwache Investitionen sowie anhaltende strukturelle Wettbewerbsnachteile.
Die deutsche Wirtschaft leidet nicht nur unter Krisen von außen, sondern zunehmend unter hausgemachten Problemen. Hohe Steuer- und Abgabenlasten, langwierige Genehmigungsverfahren, Bürokratie, Fachkräftemangel und im internationalen Vergleich hohe Energiekosten bremsen Unternehmen massiv aus. Gerade Mittelstand und Industrie brauchen jetzt Verlässlichkeit statt zusätzliche Belastungen.
Positiv ist, dass öffentliche Investitionen und steigende Realeinkommen grundsätzlich Impulse setzen können. Doch Wachstum entsteht nicht durch Ankündigungen allein. Investitionsprogramme müssen schnell wirksam werden, Planungen beschleunigt und private Investitionen gezielt aktiviert werden.
Jetzt braucht es eine wirtschaftspolitische Offensive: Senkung der Energiekosten, steuerliche Entlastungen, schnellere Digitalisierung der Verwaltung, moderne Infrastruktur und eine konsequente Fachkräftestrategie.
Ohne mutige Reformen droht aus der aktuellen Schwächephase ein dauerhafter Wettbewerbsverlust zu werden.
Deutschland hat die Substanz für Wachstum, aber sie muss endlich freigesetzt werden.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/wachstumsprognose-bundesregierung-102.html
