Der Beschluss der Bundesregierung zum Aktionsprogramm Kreislaufwirtschaft geht deshalb grundsätzlich in die richtige Richtung: Rohstoffe länger nutzen, Recycling stärken, Abhängigkeiten von Importen reduzieren, neue Technologien fördern. Gerade für eine rohstoffarme Industrienation ist das eine Frage von Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz.
Die Bundesregierung will dafür unter anderem Investitionen in Recycling und neue Technologien fördern, Materialdaten besser verfügbar machen und die öffentliche Beschaffung stärker auf wiederverwendete Produkte ausrichten.
Entscheidend ist jetzt die Umsetzung. Unternehmen brauchen keine neuen Dokumentationsschleifen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, schnelle Genehmigungen, technologieoffene Förderung und funktionierende Märkte für Recyclingrohstoffe. Wenn Recyclingmaterial in der Praxis teurer, rechtlich unsicherer oder bürokratisch komplizierter bleibt als Primärrohstoff, wird aus dem Aktionsplan kein Wachstumsmotor.
Unsere Unternehmen in der Region Aachen können Kreislaufwirtschaft – der Strukturwandel geht quasi einher damit. Viele Betriebe denken längst in Materialeffizienz, Reparaturfähigkeit, Rückgewinnung und Ressourcenschonung. Was sie dafür brauchen, ist politische Klarheit statt kleinteiliger Symbolpolitik.
Kreislaufwirtschaft kann Arbeitsplätze sichern, Innovationen auslösen und industrielle Wertschöpfung in Deutschland halten. Dafür muss sie aber als Standortpolitik verstanden werden: wirtschaftlich tragfähig, praxistauglich und investitionsfreundlich. Nur dann wird aus dem richtigen Ziel auch ein echter Fortschritt.
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/beschluss-kreislaufwirtschaft-100.html