Wollen wir wieder so stark werden, wie wir als Exportweltmeister waren? Dann müssen wohl alle mehr tun und einbringen!
Wenn Deutschland den Wohlstand aufrechterhalten will, an den sich weite Teile Bevölkerung und die Politik in den letzten Jahrzehnten gewöhnt haben, dann müssen wir Ziele verfolgen, an welche sich viele nicht mehr herantrauen wollen.
Solange wir Exportweltmeister waren und die – globalisierte - Welt sich in einer Friedensordnung befand, konnte sich Deutschland vieles leisten. Teure Sozialversicherungssysteme, hohe Steuern für die Unternehmen, überfordernde Gesetze. Alles funktionierte. Und die Bevölkerung konnte sich mit wichtigen, wertorientierten, aber eher „soften“ Themen beschäftigen und nicht mit den harten Themen der Gegenwart, wie der unzureichenden Landesverteidigungsfähigkeit und des aktuellen Niedergangs vieler Unternehmen und ganzer Branchen.
Nun sind wir nicht mehr so stark wie früher. Die Sozialversicherungssysteme kommen immer mehr unter Druck. Und das harte Thema der „Landesverteidigung“ prägt die alltägliche Diskussion in den Medien. Das Land stagniert und weite Teile der Wirtschaft verlieren jeden Tag an internationaler Wettbewerbsfähigkeit.
Alle müssen raus aus der „wir tun einfach mal so, als wären wir noch Exportweltmeister“-Haltung. Und zwar dringend.
„Der Welthandel“ wird die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren wohl nicht retten. Nicht dieses Mal. Nicht „wie immer“ in den letzten 70 Jahren. Aber ohne Welthandel wird es auch nicht gehen.
Wachstum allein von außen war lange unser Geschäftsmodell. Das funktioniert in den nächsten Jahren wohl nicht mehr. Und wir stellen fest: Wir haben verlernt, uns selbst zu tragen.
Was wir brauchen, ist eigene Stärke. Innerdeutsch und auch europäisch. Wir müssen den europäischen Binnenmarkt entwickeln.
Und der Staat muss sich selbst reformieren, um genau das zu ermöglichen. Er muss aktuell einfach weniger ausgeben. Dass er selbst gerade Wirtschaftsmotor ist, ist lobenswert. Aber langfristig nicht sinnvoll. Zumindest nicht ohne eine Strategie, die die Wirtschaft dauerhaft stärker macht.
An erster Stelle steht der radikale Abbau von Bürokratie. Gleich danach kommt etwas, das wir politisch und gesellschaftlich sträflich vernachlässigt haben: Vertrauen. In Unternehmer und in Unternehmen. Auch Gründungsmut und Wertschätzung für Selbstständigkeit.
Dazu gehört, dass sich Arbeit wieder lohnen muss.
In Vollzeit und in Teilzeit. Wer arbeitet, darf nicht das Gefühl haben, am Ende der Dumme zu sein und dass ab der ersten Stunde.
Wie auch immer: Alle müssen mehr tun!