Wirtschaftspolitische Zeitenwende – da war doch was vor 50 Jahren…

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Vor 50 Jahren stand Deutschland nach der Ölkrise vor einer Frage, die heute ziemlich vertraut klingt: Reicht es, Krisen mit kurzfristiger Nachfragepolitik zu überdecken, oder braucht es strukturelle Antworten?

Vor 50 Jahren stand Deutschland nach der Ölkrise vor einer Frage, die heute ziemlich vertraut klingt: Reicht es, Krisen mit kurzfristiger Nachfragepolitik zu überdecken, oder braucht es strukturelle Antworten?

Der IW Köln Beitrag von Michael Hüther und Joachim Fels macht einen spannenden historischen Vergleich deutlich: 1973 war der Ölpreisschock der Moment, in dem klar wurde, dass alte wirtschaftspolitische Instrumente an ihre Grenzen geraten. Heute erleben wir erneut einen Energiepreisschock, beschleunigten Strukturwandel, geopolitische Unsicherheit, Dekarbonisierung, Fachkräftemangel und schwache Produktivität. 

  • Wer investieren soll, braucht verlässliche Rahmenbedingungen. 

  • Wer ausbilden soll, braucht Planungssicherheit. 

  • Wer transformieren soll, braucht Arbeitszeitmodelle, Infrastruktur, Energiepreise und Bürokratievorgaben, die wirtschaftliche Realität ernst nehmen.

Das braucht (wieder einmal) eine neue Angebotspolitik. Unternehmen müssen wieder leichter investieren, skalieren, innovieren und dadurch auch Beschäftigung sichern und aufbauen können.

Die Parallele zu den 1970er-Jahren ist spannend. Der Unterschied ist entscheidend: Heute steht der Staat stärker in der Verantwortung, weil Klima, Sicherheit, Demografie und globale Abhängigkeiten gleichzeitig wirken.

Eine Zeitenwende erkennt man erst im Rückblick. 

Wichtig ist daraus zu lernen.

Denn wirtschaftspolitisch sind wir jetzt mittendrin. 

Deshalb braucht es jetzt Klarheit, Tempo und den Mut, Standortpolitik wieder als Zukunftsaufgabe zu behandeln.

https://www.iwkoeln.de/presse/in-den-medien/michael-huether-auch-nach-50-jahren-mit-angebotspolitik-aus-der-krise.html