Wirtschaftswachstum geht nicht ohne Produktivitätswachstum!

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Aus Arbeitgebersicht liest sich der aktuelle Jahreswirtschaftsbericht nüchtern und wenig überraschend. Die Bundesregierung senkt ihre Wachstumserwartung deutlich. Nach zwei wirtschaftlich schwachen Jahren kommt Deutschland nur sehr langsam aus der Stagnation. Von einem echten Aufschwung kann keine Rede sein. Das prognostizierte Wachstum ist dünn und sicherlich zu stark abhängig vom Staat. Es wird nicht von unternehmerischer Dynamik getragen.

 

Die Ursachen sind bekannt, aber ungelöst: Der Export schwächelt weiter, internationale Wettbewerbsbedingungen verschärfen sich, geopolitische Unsicherheiten bleiben hoch. Gleichzeitig investieren Unternehmen wegen fehlender Planungssicherheit zurückhaltend. Hohe Energiepreise, komplexe Regulierung, langsame Genehmigungsverfahren und steuerliche Rahmenbedingungen wirken weiterhin bremsend. Der private Konsum stabilisiert zwar, trägt aber keine tragfähige Wachstumsstrategie. Und nur in einer durch eine stark steigende Produktivität wachsenden Wirtschaft können die Gehälter und Lohne wachsen.

Der Bericht betont das erwartete Wachstum durch staatliche Ausgaben etwa für Infrastruktur und Verteidigung. Das mag kurzfristig stabilisieren, ersetzt aber keine nachhaltige Investitionsoffensive aus der Wirtschaft selbst. Ohne verlässliche, investitionsfreundliche Rahmenbedingungen bleibt Innovationskraft gebremst und Produktivitätsgewinne bleiben aus.

Entscheidend wird einmal mehr sein, ob Reformen tatsächlich umgesetzt werden. Bürokratieabbau, schnellere Verfahren, wettbewerbsfähige Energiepreise, steuerliche Anreize und ein realistischer Umgang mit dem Fachkräftemangel sind bekannte und darum nicht weniger akute Standortfragen.


Wer in Deutschland investiert, tut das derzeit trotz der Rahmenbedingungen, nicht wegen ihnen. 

Für zu viele Unternehmen muss das (leider) weiter heißen: vorsichtig planen, Risiken streuen, Effizienz steigern oder im Ausland investieren.. 

Für die Politik muss das (endlich) heißen: weniger Ankündigungen, mehr Umsetzung. 

Ohne das wird aus dem zaghaften Wachstum kein belastbarer Aufschwung.

https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/jahreswirtschaftsbericht-reiche-100.html