Die multiplen Krisen und geopolitischen wie wirtschaftlichen Ereignisse der vergangenen Jahre wirken nach. Sie schlagen inzwischen spürbar durch: auf den Handel, auf die Industrie, auf den Arbeitsmarkt. Und zunehmend auch auf unsere Gesellschaft. Polarisierung nimmt zu, radikale Tendenzen gewinnen Raum. Wir merken: Spannung spaltet.
Gerade aus Arbeitgebersicht ist das besorgniserregend. Denn wirtschaftliche Stabilität, soziale Sicherheit und gesellschaftlicher Zusammenhalt lassen sich nicht voneinander trennen. Wenn wir hier aus dem Gleichgewicht geraten, zahlen wir am Ende einen hohen ökonomischen wie sozialen Preis.
Für 2026 dürfen wir diese Balance nicht verlieren,
- Wir brauchen eine maßvolle, verantwortungsbewusste Tarifpolitik, die Beschäftigung sichert und Wettbewerbsfähigkeit erhält. Damit können wir gleich im Januar bei den Chemietarifverhandlungen des BAVC anfangen!
- Wir brauchen echte Entscheidungen in zentralen Zukunftsfragen: Mobilität, Pflege, Rente und Bildung. Und wir brauchen Vereinbarkeit – von Familie und Beruf, von Leistung und Fürsorge, von wirtschaftlicher Vernunft und sozialer Verantwortung.
- Vor allem aber brauchen wir ein Miteinander der Sozialpartner im Sinne einer bewährten Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Konflikte lassen sich nicht wegmoderieren, aber sie lassen sich gestalten.
Dabei dürfen wir uns nichts vormachen:
Nicht jede Entscheidung wird kurzfristig positive Effekte zeigen. Veränderung erzeugt Reibung. Aber ein „Weiter so“, bis die nächste Krise vorüberzieht, ist keine Strategie. Es ist Aufschub und Aufschub macht Probleme größer, nicht kleiner. Das erleben wir seit Jahren.
Ich wünsche Ihnen – auch im Namen der VUV Aachen – ein Jahr 2026, in dem wir den Mut haben, die wirklichen Aufgaben anzupacken. Auch wenn das bedeutet, sich von Gewohnheiten zu trennen. Und ja: auch von Privilegien, die nicht mehr zeitgemäß sind.
Nur so können wir langfristig gewinnen.
Das macht einen funktionierenden Sozialstaat aus.
Das hat Deutschland stark gemacht.
„Made in Germany“ muss wieder heißen: Wir machen was. Wir arbeiten dran.
