Entgelttransparenz: Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit.

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Daran gibt es nichts zu rütteln. Fairness und Transparenz sind Grundpfeiler einer modernen Arbeitswelt. Aber wie so oft liegt das Problem nicht im „Was“, sondern im „Wie“.

 

Wenn die Umsetzung – wie derzeit absehbar – erneut in zusätzliche Berichtspflichten, Dokumentationsaufwand und externe Prüfmechanismen mündet, dann wird aus einem guten Anliegen ein bürokratisches Monster

Daran gibt es nichts zu rütteln. Fairness und Transparenz sind Grundpfeiler einer modernen Arbeitswelt. Aber wie so oft liegt das Problem nicht im „Was“, sondern im „Wie“.

Wenn die Umsetzung – wie derzeit absehbar – erneut in zusätzliche Berichtspflichten, Dokumentationsaufwand und externe Prüfmechanismen mündet, dann wird aus einem guten Anliegen ein bürokratisches Monster. Gerade mittelständische Betriebe, die das Rückgrat unserer Region bilden, trifft das besonders hart. Sie kämpfen aktuell mit rezessiven Signalen, hohen Energie- und Lohnkosten, einem immer enger werdenden Fachkräftemarkt. Und sollen nun weitere Verwaltungskapazitäten aufbauen, die sie schlicht nicht haben.

Ob es wirklich sinnvoll ist, in der derzeitigen wirtschaftlichen Lage und bei dem grassierenden Unmut über den Brüsseler Bürokratiedruck ausgerechnet Vorhaben mit Vorrang zu betreiben, die zusätzliche Last schaffen, ohne den versprochenen Nutzen sicherzustellen, muss die Bundesregierung selbst wissen. Aber wenn sie schon an diesem Projekt festhält, dann muss sie die wenigen Spielräume, die die Richtlinie lässt, konsequent zugunsten der Wirtschaft nutzen und darf keine weiteren nationalen Auflagen oben draufpacken.

Denn Transparenz darf nicht in Praxisferne umschlagen. 

Wenn Verfahren so kompliziert werden, dass Unternehmen mehr Zeit mit Formularen als mit Menschen verbringen, wird nicht das Gehalt gleicher, sondern bald gar keines mehr gezahlt: weil Stellen abgebaut werden müssen.

Wir brauchen Transparenz, ja.

Aber zugleich betriebliche Praktikabilität.

Sonst gefährden wir am Ende genau das, was wir schützen wollen: gute Arbeitsplätze, eine attraktive Region und eine leistungsfähige Wirtschaft.

 

Weitere Informationen:

https://www.iwkoeln.de/studien/oliver-stettes-buerokratiearme-umsetzung-der-entgelttransparenzrichtlinie.html

https://www.bmbfsfj.bund.de/bmbfsfj/aktuelles/alle-meldungen/kommission-ueberreicht-abschlussbericht-an-karin-prien--273768

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