Es ist leicht Geld zu versprechen, das andere bezahlen sollen.

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Schwerer ist es, die Strukturen und Systeme unseres Sozialstaates so zu reformieren, dass finanzielle Spielräume überhaupt erst wieder entstehen werden.

 

Die angekündigte 1.000-Euro-Prämie folgt einem allzu bekannten Muster: Parteipolitiker möchten ihren potentiellen Wählern gefallen.

Schwerer ist es, die Strukturen und Systeme unseres Sozialstaates so zu reformieren, dass finanzielle Spielräume überhaupt erst wieder entstehen werden.

Die angekündigte 1.000-Euro-Prämie folgt einem allzu bekannten Muster: Parteipolitiker möchten ihren potentiellen Wählern gefallen. 

Ergebnis: eine politisch motivierte Schnellschussaktion (von Lösung will hier wohl kaum jemand sprechen), finanziell aber auf „die Unternehmen“ abgeladen. In einer historischen Phase, in der viele Unternehmen mit viel zu hohen Energiepreisen, viel zu hohen Lohnnebenkosten, stetig wachsender regulatorischer Dichte, dauerhaft unberechenbaren Märkten und immer stärker werdenden internationalen Wettbewerbern kämpfen, ist das kein Entlastungssignal, sondern zusätzlicher finanzieller Druck und wird in vielen Firmen den Betriebsfrieden gefährden. Am schlimmsten werden die Unternehmen betroffen sein, die sich die Auszahlung solcher Beträge nicht wirklich leisten können, dann aber trotzdem eine „Prämie“ auszahlen werden, um den Betriebsfrieden zu retten.

Das wird umso kritischer, wenn man die nächsten Reformbaustellen betrachtet. Die Diskussionen rund um die gesetzliche Krankenversicherung lassen bereits erahnen, wohin die Reise gehen könnte: steigende Beiträge, weitere Belastungen für Arbeitgeber und Beschäftigte ohne erkennbare strukturelle Einsparungen im System selbst.

Wann beginnt der Staat, bei sich selbst oder den Sozialversicherungssystem anzusetzen?

Denn nachhaltige Reformpolitik bedeutet nicht, neue finanzielle Erwartungen zu formulieren. Sie bedeutet, Prioritäten zu setzen. Effizienzreserven zu heben. Ausgaben zu hinterfragen. Und Mittel gezielt dorthin zu lenken, wo sie Wachstum ermöglichen: in Infrastruktur, Digitalisierung, Bildung.

Aktuelle Zahlen unterstreichen die Dringlichkeit: Bürokratie, Arbeitskosten und politische Unsicherheit gehören zu den größten Investitionshemmnissen. 

Unternehmen brauchen so ziemlich an letzter Stelle kurzfristige Maßnahmen mit großer medialer Wirkung. Sie brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.

Was Beschäftigten wirklich nützt, ist nicht eine einmalige Prämie. Es ist ein stabiler Arbeitsplatz in einem wirtschaftlich international wettbewerbsfähigen Unternehmen, dass sich dauerhaft für den Standort Deutschland entscheiden kann, ohne seine Existenz zu gefährden.

Dafür braucht es:

  • spürbare Entlastung bei Sozialabgaben
  • eine konsequente Reduktion bürokratischer Anforderungen
  • wettbewerbsfähige Energiepreise
  • und vor allem: politische Entscheidungen, die langfristig tragen und Unternehmen nutzen

Reformen entscheiden über die Zukunftsfähigkeit eines Standorts. Alles andere ist keine Zukunftspolitik.

Es ist Umverteilung ohne Verantwortung und das sogar „aus fremder Tasche“. 

Das wird finanziell und psychologisch zum echten Risiko für den Standort Deutschland.

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