Im September 2025 stieg der Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe zwar um 1,1 % gegenüber dem Vormonat. Doch: Im August davor war er um 0,8 % gesunken und ohne Großaufträge war der Rückgang sogar noch stärker.
Und auch langfristig bleibt die Lage schwierig: Wenige Branchen sorgen derzeit für überhaupt positive Impulse, während der Großteil der Industrie weiterhin mit Unsicherheiten und rückläufiger Nachfrage kämpft.
Wenn nur ein einziges Segment der Wirtschaft durch staatliche Förderung oder einzelne Großaufträge eine spürbare positive Entwicklung zeigt – nämlich die Rüstungsindustrie -, darf das nicht als Zeichen einer echten wirtschaftlichen Trendwende missverstanden werden. Das wirkt eher wie ein „Scheinaufschwung“.
Die strukturellen Herausforderungen bleiben bestehen.
Für echte Stabilität braucht die Wirtschaft nicht nur Zahlen, an die wir uns wie Rettungsanker klammern, sondern klare, breit wirkende Impulse: Investitions- und Innovationsanreize, Bürokratie- und Regulierungsabbau, Planungssicherheit. Nur so kann das Potenzial der vielen Unternehmen gehoben werden – und nicht nur das einer einzelnen Branche mit Sonderförderung.
Ein „kleines Plus“ durch einen einzelnen Effekt ist kein Grund für industrielle Euphorie.