Wir geben immer mehr für Soziales aus – aber nicht für Zukunft.

  • VUV

Das wird uns teuer zu stehen kommen.

 

Deutschland wendet inzwischen 41 % seiner gesamten Ausgaben für soziale Sicherung auf – mehr als die nordischen Länder, die wir so gerne als Vorbild nennen. Knapp die Hälfte dieser Summe fließt allein in die Alterssicherung. Und trotzdem verschieben wir erneut eine echte Rentenreform.

Deutschland wendet inzwischen 41 % seiner gesamten Ausgaben für soziale Sicherung auf – mehr als die nordischen Länder, die wir so gerne als Vorbild nennen. Knapp die Hälfte dieser Summe fließt allein in die Alterssicherung. Und trotzdem verschieben wir erneut eine echte Rentenreform.

Gleichzeitig liegen wir bei Zukunftsausgaben am Tabellenende:

  • Bildung nur 9,3 %,

  • Investitionen gerade einmal 6,2 % – weit weniger als Österreich oder die Schweiz.

Bei der Verwaltung hingegen sind wir inzwischen Spitzenreiter: 11 % der Gesamtausgaben, bei fraglichem Gegenwert.

Das Problem ist nicht, dass wir „zu wenig Geld“ hätten. Das Problem ist, dass wir es an den falschen Stellen einsetzen.

Die Rente bleibt der größte Kostentreiber für Arbeitgeber und Beschäftigte. Beitragssätze steigen, Lohnnebenkosten steigen und damit sinkt unsere Wettbewerbsfähigkeit. Wer investieren will, wer Innovation vorantreiben will, wer Fachkräfte halten will, braucht ein System, das berechenbar ist. Stattdessen stabilisieren wir teuer und kurzfristig, statt strukturell zu modernisieren.

Die nordischen Länder zeigen seit Jahren, wie es besser geht: breitere Finanzierungsbasis, stärkere Kapitaldeckung, höhere Erwerbsbeteiligung, effizientere Verwaltung. (Nicht zuletzt glücklichere Menschen, wie uns Finnland immer wieder beweist!) 

Sie investieren in Zukunftsfähigkeit und wir in Verwaltungsapparat und immer höhere Sozialtransfers.

Wenn wir nicht gegensteuern, verlieren wir Anschluss, Handlungsspielräume und Vertrauen.

Wer heute Verantwortung trägt, muss eine Reform einfordern, die Ausgaben priorisiert, Verwaltung entschlackt und entbürokratisiert und Alterssicherung nachhaltig macht. Stabilisierung reicht nicht mehr. Es ist Zeit, endlich in die Zukunft zu investieren, statt weiter nur Rechnungen zu begleichen.

Weniger sozial ist dabei noch lange nicht unsozial!

Zur Studie: https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/2025/IW-Report_2025-Öffentl-Ausgaben-internationaler-Vergleich.pdf

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