Wir müssen sicherlich irgendwann immer länger arbeiten.

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Wir sollten zunächst einmal aber so lange arbeiten, wie es bereits vorgesehen ist.

 

Mehr als jeder zweite Babyboomer, der seine Regelaltersgrenze erreicht hat, ist vorzeitig in Rente gegangen. Allein 2024 bezogen rund 1,1 Millionen Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen vorzeitig eine Altersrente.

Mehr als jeder zweite Babyboomer, der seine Regelaltersgrenze erreicht hat, ist vorzeitig in Rente gegangen. Allein 2024 bezogen rund 1,1 Millionen Menschen aus den geburtenstarken Jahrgängen vorzeitig eine Altersrente.

Das zeigt ein grundsätzliches Problem der deutschen Rentenpolitik: Die Regelaltersgrenze wird schrittweise angehoben, während gleichzeitig attraktive Möglichkeiten für einen früheren Ausstieg geschaffen werden. Beim Jahrgang 1958 stieg die Regelaltersgrenze gegenüber der früheren Regelung um zwölf Monate. Das tatsächliche durchschnittliche Rentenzugangsalter erhöhte sich laut @IW lediglich um acht Monate.

Mit jedem vorzeitigen Renteneintritt verlassen Erfahrung, Fachwissen und häufig auch wichtige Kunden- und Lieferantenbeziehungen die Betriebe früher als geplant. Gleichzeitig fehlen Nachwuchs- und Fachkräfte, um diese Lücken zu schließen.

Natürlich gibt es Menschen, die nach Jahrzehnten körperlich oder gesundheitlich belastender Arbeit einen früheren Ruhestand brauchen. Dafür benötigt ein solidarisches Rentensystem verlässliche Lösungen.

Eine pauschal geförderte Frührente setzt jedoch falsche Anreize. Zumal die Datenbasis der Rentenkasse das einfach nicht ex ante einkalkuliert!

Wer arbeiten kann und möchte, sollte gute Bedingungen für einen längeren Verbleib im Beruf finden. Dazu gehören flexible Übergänge, weniger Belastung durch Steuern und Sozialabgaben, altersgerechte Arbeitsplätze und echte Rechtssicherheit für Beschäftigung nach Rentenbeginn.

Aber heutige Renter noch einmal extra zu belohnen gegenüber nachfolgenden Generationen, die eh vor deutlich größeren Herausforderungen stehen, kann kein gesellschaftlich gute Taktik sein. 

Bis 2029 erreichen weitere 6,4 Millionen Babyboomer ihre Regelaltersgrenze. 

Bevor wir über eine weitere Erhöhung des Rentenalters sprechen, sollten wir dafür sorgen, dass die geltenden Regeln ihre Wirkung entfalten. 

https://www.iwkoeln.de/presse/pressemitteilungen/ruth-maria-schueler-stefanie-seele-rente-jeder-zweite-babyboomer-geht-vorzeitig-in-den-ruhestand.html