Wirtschaftsleistung in NRW

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Die Wirtschaftsleistung in NRW ist im vergangenen Jahr nochmals gesunken. Ursächlich sind vor allem die hohen Energie‑ und Rohstoffpreise sowie verschärfter internationaler Wettbewerbsdruck.

Eine Stabilisierung im verarbeitenden Gewerbe zeichnet sich ab: Im ersten Quartal wurde dort eine leichte Ausweitung der Produktion gemeldet, allerdings deutlich schwächer als im Bundesdurchschnitt. Für das Jahr erwartet das RWI lediglich ein Wachstum von etwa 0,1 % in NRW. Für 2026 wird ein stärkerer Anstieg (z. B. bis zu 1,5 %) prognostiziert, sofern Investitionen und Kapazitäten vorhanden sind. Der Arbeitsmarkt bleibt zwar relativ stabil, dennoch steigt die Arbeitslosenquote – die Beschäftigungspläne sind weiterhin verhalten. Die strukturellen Belastungen wie hohe Kosten, Fachkräftemangel und internationaler Druck bleiben bestehen und dämpfen die Wirkung von positiven Effekten.

Als Verband in Aachen, der Arbeitgeberinteressen in einer Strukturwandelregion in NRW vertritt, sehen wir die Lage klar: Es handelt sich nicht um eine temporäre Schwächephase, die der Staat oder die Politik aussitzen können. Denn es steht die Wettbewerbsfähigkeit zu vieler Unternehmen auf dem Spiel. Aus diesem Grund fordern wir wirksame Signale und Maßnahmen seitens der Bundesregierung und dem Land. 

  1. Energie‑ und Kostensicherheit: Unternehmen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen bei Energiepreisen, Strom‑ und Gasversorgung sowie klare Signale zur Versorgungssicherheit. Ohne diese bleibt jede Investitionsentscheidung riskant. Und die Energiekosten müssen dauerhaft runter.

  2. Bürokratie‑ und Regulierungsabbau: Jede zusätzliche Belastung in Administration, Genehmigungen oder Berichtspflichten schwächt gerade mittelständische Betriebe. Es braucht zügige Umsetzung vereinfachter Verfahren, damit Handlungsspielräume nicht verloren gehen.

  3. Investitions‑ und Zukunftssignale: Land und Bund müssen deutlich machen, dass sie Transformation ernst meinen: Infrastruktur, Digitalisierung, Qualifizierung und Industriepolitik müssen konkreter und schneller greifen. Gute Absichten reichen nicht aus.

  4. Fachkräfte‑ und Qualifizierungsoffensive: Der branchenspezifische Fachkräftemangel bleibt eine Dauerlast. Unternehmen brauchen Unterstützung bei Rekrutierung, Weiterbildung und beim Ausbau von Qualifizierungsangeboten.

Wenn diese Punkte nicht adressiert werden, droht NRW, dass Investitionen ausbleiben und Standortentscheidungen gegen das Land fallen. 

Aktuell scheint das Gras tatsächlich „auf der anderen Seite“ – also außerhalb unseres Landes – grüner.